
Datum: 26. April 2006
Die Landtagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wirft der Justus-Liebig-Universität Gießen vor, Gelder aus dem Programm für Biosicherheitsforschung für den geplanten Versuch mit genmanipulierter Gerste falsch einzusetzen. "Dieses Programm wurde für die Sicherheitsforschung von genmanipulierten Pflanzen konzipiert, die bereits zugelassen sind und auf dem Markt angewendet werden. In Deutschland ist dies in erster Linie Mais: Weltweit aber gibt es zur Zeit keine einzige zugelassene gentechnisch veränderte Gerstensorte auf dem Markt. Für die Biosicherheitsforschung bei gentechnisch veränderter Gerste gibt es deshalb keinen konkreten Bedarf", so der agrarpolitische Sprecher der GRÜNEN, Martin Häusling.
Die Giessener Universität hat angekündigt, genmanipulierte Gerste auf auf dem Versuchsgelände der Stadt aussäen zu wollen. In einem Brief appellieren DIE GRÜNEN an den Präsidenten der Giessener Universität, Professor Stefan Hormuth, dass die Universität sich nicht an der Gentechnikforschung beteiligen solle . "Da kein konkreter Bedarf für die Biosicherheitsforschung bei genveränderter Gerste in der Praxisanwendung besteht, vermuten wir, dass es sich bei dem geplanten Versuch um eine Produktentwicklung für Firmen handelt. Diese sollte allerdings von den Firmen selbst finanziert werden. Wir lehnen es ab, die knappen Mittel für Versuche einzusetzen, die für die Praxis nicht relevant sind", unterstreicht die wissenschaftspolitische Sprecherin der Fraktion, Sarah Sorge.
DIE GRÜNEN verweisen darauf, dass mehr als 70 Prozent der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie die überwiegende Mehrheit der Landwirtinnen und Landwirte den Einsatz von Gentechnik in der Landwirtschaft und bei Lebensmitteln ablehnen. Bisher werden in Hessen noch keine gentechnisch veränderten Pflanzen angebaut. Dies werde auch vom Lebensmittelhandel als Qualitätsmerkmal für die hessische Landwirtschaft gewertet. "Nur wenn dies weiterhin der Fall ist, hat die hessische Landwirtschaft eine gute Zukunft."
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